Anleitung für bewusste Liebe

Anleitung für bewusste Liebe

Für eine Freundin.

Ich habe schon mehrfach von Lesern oder Freunden gehört, dass ich ja in Punkto Liebe den Status „all figured out“ habe, dass ich bereits alles erreicht habe diesbezüglich und das es einfach ein Glücksfall ist, dass ich so einen tollen Partner gefunden habe.

Ja, das ist eine Sicht der Dinge. Ich kenne noch eine andere. Meine. Ich bin ohne meinen leiblichen Vater aufgewachsen und habe mir gefühlte fast 20 Jahre angehört, was für ein Arsch er war, habe bevor ich angefangen habe an meinen negativen begrenzten Gedanken zu arbeiten, auch nur Männer in meinem Leben gehabt, die ein Abbild dessen waren was mein Vater für meine Mutter war.

Aber weshalb? Alles ist Energy. Kennst du das Experiment mit dem Apfel? Der Beweis dafür dass Worte krank machen können. Oder eben gesund. Oder glücklich. Du entscheidest das! Dieses Experiment geht auch mit Menschen. Du sagst einem Menschen einfach jeden Tag 1000 Tage lang wie scheisse er ist, er glaubt es natürlich und fühlt sich nach einer Weile automatisch so. Das geht mit allem. Du kannst ihm auch sagen wie grossartig und wunderbar er ist und er wird es glauben. Und das geht in jedem Bereich. Gesundheit, Geld, Job, Beziehungen.

Also …

  • Was passiert denn nun mit Frauen, die lernen das Männer Arschlöcher sind? Sie glauben es. Sie manifestieren es und ehe sie sich umsehen, haben sie eine solche Manifestation in ihr Leben kreiert. Sie werden verarscht, enttäuscht und unglaublich fest verletzt. Kenne ich. 

oder

  • Was passiert mit Frauen, die lernen das Männer immer recht haben und wertvoller sind als sie? Sie glauben es und werden sich mit dieser Energie umgeben. Sie werden sich ein Leben lang nur nach den Bedürfnissen der Männer orientieren und sich selbst vergessen. Dies sehe ich oft bei der Generation Frauen vor uns – unsere Mütter und Grosmütter.

Das alles hast du wahrscheinlich schon gewusst. Es ist nämlich sehr wahrscheinlich, dass du deine Stories immer wieder abspielst. Manchmal im Bereich Schule, Job oder einfach immer in Beziehungen. Was ich eigentlich mit diesem Text sagen will ist Folgendes: Ich wurde wahrscheinlich mit ziemlich ungünstigen Bedingungen geboren für eine glückliche Beziehung. Aber ich habe mich aus meinem alten Gedankenkonstrukt befreit und echte Liebe zu finden als oberste Priorität für mich gesetzt. Und das kann jeder 🙂 ! Ich frage dich was du gerne neu programmieren möchtest. Jeder von uns hat limitierte Glaubenssätze in sich, die nicht gut tun sondern uns in unserer Entwicklung hindern.

Hier ist meine Anleitung für bewusstes Lieben. In allen Bereichen:

  • Love yourself first. Und nicht auf egoistische Weise, sondern auf liebevolle ehrliche Weise. Fange an dich selber gern zu haben. Höre auf mit negativem Selftalk und ersetze diese Worte durch etwas Nettes was du zu dir sagst. Wenn dir „I love you“ zu dir selbst zu sagen zu abstrakt ist, fange an mit netten Komplimenten, wiederhole Dinge, die du gut gemacht hast und finde Dinge für die du dankbar sein kannst in deinem Leben. Jedes Mal wenn du dich wieder verurteilen willst für etwas das noch nicht gut genug ist, sag dir einfach „Nein ich möchte etwas anderes denken. Ich möchte denken, dass ich offen bin für die Liebe und ich möchte denken, dass ich mir selber und dem Leben vertraue!“
  • Liebe den anderen ohne Erwartungen. Ich weiss, ganz ohne geht wahrscheinlich nicht. Aber limitiere sie mal. Oft entwickelt sich in Beziehungen eine Erwartungshaltung. Ich finde es zum Beispiel erstrebenswert und schön wenn man sich immer liebt und nicht nur wenn der andere gerade auf der Erfolgswelle schwimmt. Löse dich von Erwartungen indem du dich ganz genau beobachtest. Wann bist du enttäuscht vom anderen und weshalb? Hast du dich vielleicht selber enttäuscht? Wenn nicht, gibt es andere Bereiche in denen du dich noch täuschst? Wie bist du zu dir? Liebst du dich immer oder nur wenn du gerade genug schlank und rank bist? Liebst du dich immer, auch wenn du gerade single bist, oder arbeitslos? Jede Beziehung bringt uns zu uns selbst zurück und wenn diese Beziehung noch nicht funktioniert, ist es das Beste dort anzufangen.
  • Slow Love & Sex. Vielleicht bin ich die falsche um von Slow Love zu sprechen 🙂 aber ich weiss, das wenn du Mühe hast jemanden zu vertrauen, wenn du Zeit brauchst, wenn du oft noch unsicher bist und Angst hast, dass du dann gaaaaaaaaaanz viel Zeit brauchst. Und noch mehr. Relax, baby! Du hast dein Tempo und du solltest nie nie nie nie nie nie nur um den anderen zu befriedigen oder aus Angst ihn zu verlieren etwas tun zu dem du noch nicht bereit bist. Egal ob es sich um Sex. Kinder. Beziehung. Emotionen zulassen oder irgendeine andere Form von Commitment handelt. Dein Herz kennt den Weg und dein Herz führt dich in deinem Tempo dorthin.
  • Offenheit und über deine Bedürfnisse reden. Das fällt mir so oft auf, ist ein grosses Frauenthema. Offen reden. Mit Freundinnen? Ja klar. Mit den Herzbuben? Schwierig. Denn offen kommunizieren bedeutet das wir für unsere Bedürfnisse einstehen müssen. Zu uns stehen.  Zu sagen „hey das fühlt sich grossartig an und das gaaaar nicht!“ Und sagen „hey ich liebe dich über alles und es tut mir so sehr weh, wenn du dich einfach nicht zurückmeldest!“ Zu sagen „Ich liebe dich so sehr, aber ich möchte nicht den ganzen Haushalt alleine schmeissen“ Zu sagen „Hey schatz kannst du kochen, waschen oder einkaufen?“ Zu sagen „Nein danke heute möchte ich nicht mit zu deinen Eltern kommen, ich brauche ein bisschen Zeit für mich. „Zu sagen, ich brauche Unterstützung!“
  • Flow. Oft verändern sich Dinge, Menschen, Situationen. Schön ist wenn du dich dabei flexibel zeigst 🙂 Manchmal verändert man sich zusammen, manchmal alleine.
  • Achtsamkeit. Ein Gespür für den Anderen zu haben und für seine Bedürfnisse. Und ihn auch daran zu erinnern, dass seine Bedürfnisse gut und richtig sind ist für mich Liebe. Aufeinander zu achten ohne Druck auszuüben ist sehr schön.
  • What’s your plan? Mir ist mitten in einem Gespräch mit einem damaligen Arbeitskollegen klar geworden, dass ich die damals aktuelle Beziehung nicht mehr möchte. Er hat mir irgendwie klar gemacht, dass jeder Lebensabschnitt sehr wertvoll ist und das ich meine Zeit nicht vergeuden sollte, wenn ich ja spüre und auch weiss, dass der andere sich eine andere Zukunft wünscht als ich. Ich meine wenn du einen Partner hast, der gar keine Kinder möchte und du möchtest uuuunbedingt Kinder, dann ist das einfach kein Match. Ich finde es nicht richtig andere dazu zu zwingen, drängen, zu hoffen, zu bangen oder einfach als Frau alleine zu entscheiden die Verhütung abzusetzen. Das ist nicht Liebe. Wenn dein Traum ist in die USA auszuwandern, dann wäre es so schön, wenn du doch jemanden hast, der das genau so sieht und nicht unbedingt ein Eigenheim im Zürcher Oberland kaufen will. Es ist das Schönste wenn man gemeinsame Ziele, Wünsche und  Träume hat. Wenn dein Partner kaum die gleichen Wünsche hat, dann finde ich es ehrlicher und schöner sich zu trennen um dann Platz zu schaffen für etwas Grossartiges, dass dann für beide stimmt!
  • Geben und Nehmen. Eine Beziehung ist ein Austausch. Von all dem was ihr seid. Mal gibst du mehr, mal gibt der Andere mehr. Es muss nicht ständig gleich sein, aber wenn nur einer gibt, dann ist das ein Ausdruck von einem sehr geringen Selbstwertgefühl. Es ist ganz wichtig, dass du lernst zu nehmen. Und es ist ganz wichtig, dass du lernst zu geben. Es geht nicht immer nur um dich. Und es geht auch nicht immer nur um den Anderen. Es geht um euch beide. Aber Liebe echt annehmen kann man lernen indem man sich bewusst macht, dass man Liebe verdient. Einfach so.
  • Trust Factor. Der Vertrauensfaktor ist unsere Basis. Ohne Vertrauen gibt es nichts. Ich empfinde es als die Voraussetzung für deine Liebe. Betrügen, belügen und nicht ernst nehmen? So yesterday, geht gar nicht! In sind: Aufeinander ein- und zu gehen, mal über seinen Egoschatten springen (Frage dich – Möchtest du recht haben oder glücklich sein? Ich sage hier jeweils beides 😀 HAHA) und einfach grosszügig sein. Wir alle machen Fehler. 
  • Gegenseitiger Support! Unterstütze deinen Partner bei seinen Herzensprojekten! Sein Glück ist dein Glück, oder? 🙂
  • Inneres Wachstum. Ich kann es nicht oft genug sagen. Ein Partner, der seinen Schatten nicht anschaut, kommt für mich nicht in Frage. Es ist mir egal ob man im Schneckentempo oder im Düsenjettempo vorankommt, aber Stillstand ist für mich keine Option. Ich muss mich bewegen und wachsen können sonst geht es mir nicht gut. Ich kann nicht 50 Jahre dasselbe tun, ich kann nichts faken, ich brauche Gefühle, Tiefe, Schatten und auch die Möglichkeit das anzusehen beim Anderen. Gemeinsam diskutieren, weinen, heilen, neu wählen, visualisieren ist einfach das Schönste. Für mich ist das das Schönste und Intimste auf der Welt. Sich dem anderen so zu zeigen wie man wirklich ist. Hier finde ich sehr wichtig, dass man aufeinander eingeht und liebevoll Möglichkeiten findet zu wachsen, Ideen die für beide stimmen, kein Auslachen oder sonstwas. 

Ich empfinde das als bewusstes Lieben. Ohne immer nur auf den Anderen zu zeigen. Es gibt keinen Schuldigen. Es gibt nur die Energie, die du bist und die dir somit reflektiert wird. Vergiss nie,

Love is a gift!



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